Gedanken-Nächtliches Sturmtreiben.

November 11, 2017

 

Ist es verwerflich, als Designer mit Worten Bilder entstehen zu lassen?

Bilder die man nicht anschauen kann, die keine Fotografien sind, sondern einzig allein in unserem Kopf entstehen.

In einer Welt, die überfrachtet ist von Informationen und immer noch tolleren Bildern, sind es für mich die leisen Dinge, die wirklich wertvoll sind. 

Heute Abend war es ein Spaziergang an den See. Die Dunkelheit umschlingt mich und die Schatten der vom Wind geschüttelten Bäume tänzeln gespenstisch auf der Straße.

Der See liegt von weitem wie ein leerer Flecken Niemandsland direkt vor mir. Die Lichter der anderen Seeseite sehen wie eine aufgefädelte funkelnde Diamantenperlenkette aus. Dazwischen leuchten die Sturmwarnlichter wie helle Sonnenperlen. Sie wechseln in so schneller Reihenfolge, daß man nicht weiß wohin man blicken soll. Wie Irrlichter bewegen sie sich am Ufer entlang und baden ihre Strahlen im kalten See.

Der Wind rauscht und bläst das Wasser zu Schaumkronenbergen empor, die danach behutsam zu einer glatten Fläche zusammenfallen um sich im nächsten Moment aufs Neue aufzutürmen.

Einzelne Blätter fallen wie Sterne von den Bäumen, andere kreisen wie Propeller auf den Boden. Wenn sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben sieht man immer mehr Details der Umgebung. Ich setze mich auf einen Baumstumpf unter einen Baum und halte inne.

Genau hier fühlt man die Lebendigkeit des Lebens, ganz in mir drin, aber wird alles ganz still und friedlich.

Unscharf sah es genau so aus.

 

 

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